Über uns

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November 2015.

Wir wollen die Menschen auf der Flucht, die an den Grenzen Europas derzeit tage- bis wochenlang in der Kälte und Nässe warten müssen, mit warmen Essen, Tee und was es sonst noch braucht versorgen. Dazu werden wir Anfang November losfahren um einige Tage vor Ort zu helfen.

Auf diesem Blog werden wir die Erlebnisse vor Ort dokumentieren und zudem auf Twitter kurze Updates geben: @refugee_supp

Da das ganze leider nicht ohne Geld funktionieren will, freuen wir uns sehr über Spenden. Vielen Dank für all die wunderbaren Sachen, die wir in so kurzer Zeit zusammenbekommen haben.

Wenn ihr uns unterstützen wollt, egal ob mit guten Wünschen, Informationen oder finanziell, schreibt uns einfach an

ref.support[ät]riseup.net!

 

Hier findet ihr noch unseren Flyer für Sachspenden mit einer politischen Selbstdarstellung:

Infos Sachspenden, Politische Selbstbeschreibung

Sachspenden brauchen wir nun da wir vor Ort sind aber keine mehr.

Bei Kritik/Anregungen/Feedback zu unserem Blog, bitte schreibt uns.

 

Zu diesem Blog:

Der Blog wird von mehr als einer Person geschrieben. Keiner der Beiträge, die Ihr hier findet, wurde von allen elf Leuten gegengelesen, also kann keine*r der Autor*innen für die gesamte Gruppe sprechen. Immer, wenn eine*r oder mehrere von uns etwas erleben, berichten wir es als „unsere“ Erfahrung. Jeden Tag teilen wir unsere Überlegungen, Beschreibungen und Handlungen miteinander, das Sammeln der Gedanken aller ist wichtig, um diesen Blog zu schreiben. So versuchen wir, der vielen verschiedenen Prioritäten und Meinungen in unserer Gruppe gerecht zu werden. Wir erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Unsere Darstellung ist nicht repräsentativ für alle Leute, die sich in dieser und ähnlichen Situationen befinden. Jede*r macht ihre*seine eigenen Erfahrungen und hat seine*ihre eigene Wahrnehmung und Deutung.

 

Zur Benutzung des Hashtag #refugeeswelcome:

Es tut uns leid!

Wir haben nicht die Absicht, die Vorstellung eines imaginierten „Weißen Deutschland“ oder „Weißen Europa“ zu reproduzieren, das „freundlich genug ist, Flüchtenden Unterschlupf zu gewähren“. Wir entschuldigen uns dafür, es durch die Wahl des Hashtags „Refugees Welcome“ nichtsdestoweniger zu tun.

Eine Erklärung:

Auf Twitter sind Tweets am einfachsten zu finden und wiederzuerkennen, wenn sie zu anderen Gruppen, die zum selben Thema arbeiten, verlinkt sind und den selben Slogan verwenden.

Wir hoffen außerdem – zu einem gewissen Grad und trotz der permanenten Verwendung als Begriff reiner Selbstinszenierung – dass dennoch mit „Refugees Welcome“ eine Botschaft vermittelt wird, die etwas aussagt: Wir haben die Utopie einer Welt, in der jede*r überall zu jeder Zeit willkommen ist.

Wir haben auf Twitter einen Link zu unserem Blog eingefügt und schreiben dort ausführlichere Beiträge. Wir haben gehofft, der verbreitete Ausdruck würde auf diese Weise seinen mobilisierenden Effekt entfalten und wir könnten trotzdem den Begriff der Nation zur Disposition stellen und die rassistische Logik angreifen, nach der irgendjemand Regeln erschaffen zu können meint, die darüber bestimmen, wer sich wie, wann, wo bewegen und aufhalten darf.

Hoffentlich werden wir eines Tages die Stärke haben, die Repression aller möglichen Menschen durch Regierungen und unser elendes politisches System zu beenden. Wir müssen stärkere Anstrengungen unternehmen, unsere eigene Beteiligung in der Reproduktion von Rassismen zu hinterfragen, sei es durch die gegebene soziale Struktur, in unserem alltäglichen Handeln oder in den Texten und Bildern unseres Blogs.

 

Daran anschließend eine kurze Reflektion eigener Motive:

Die Berichte von den Zuständen entlang der Balkanroute haben uns aufgewühlt. So viel sinnloses und vermeidbares Leid, so viele dumme politische Entscheidungen, die uns wütend machen. In den Vorbereitungstreffen haben wir viel über den Impact unserer geplanten Reise geredet, weil es uns wichtig war, ohne politische Illusionen hierher zu fahren. Wir wollen keine Bilder reproduzieren von fotogenen Weißen, die als „nicht-weiß“ konstruierten Personen in Notsituationen heroisch humanitäre Hilfe leisten. Wir wollen keinen linken Katastrophentourismus betreiben. Wir wollen nicht ewig viel Sprit verfahren und CO2 in die Luft pusten. Und dennoch ist all das genau das, was wir tun.

Es gab viele Calls for Help von Volunteers, die bereits vor Ort waren, auf alternativen und selbstorganisierten Plattformen wie indymedia.org. Freiwillige mit Anspruch an autonome Organisierung, die um mehr Humanpower baten. Aber wann hören humanitäre Katastrophen auf, vor der eigenen Haustür zu sein? Wäre unser gesammeltes Geld woanders als bei uns effizienter angelegt, um die Menschen auf der Flucht zu unterstützen? Wir haben keine Möglichkeit, herauszufinden, wie sinnvoll die ganze Aktion gewesen sein wird. Uns bleibt erstmal nur die ehrliche Antwort, warum wir uns zu dieser Reise entschieden haben: Wir sind losgefahren, um gegen unsere eigene Hilflosigkeit anzukämpfen.

Wir wollen keine Festung Europa, wir wollen keinen aufkeimenden Nationalismus überall, wollen keine Grenzen, die privilegierte Leute schützen und andere töten, wollen keinen salonfähigen Rassismus, wollen keine Asylrechtsverschärfung, wollen keine sich abschottende EU ohne jede Solidarität, wollen keine staatliche Repression gegen selbstorganisierte Hilfe. Wir sind nur nicht cool genug, dass alles von zu Hause aus abzuschaffen. Deshalb bleibt uns grade nur diese Aktion, Öffentlichkeitsarbeit wie dieser Blog und die Utopie: Viva la Anarchia!

 

Zur Weiterverwendung dieser Artikel:
Wir erheben keinen Anspruch auf Copyright bei diesen Artikeln. (Anderes gilt für die eingefügten Fotografien: Bei Weiterverwendung vorher fragen und Name der Urheberin nennen.) Wir freuen uns, wenn unsere Beobachtungen der Situation auf der Balkanroute Öffentlichkeit erfahren. Spreadet, was ihr spreaden wollt!

Wenn ihr möchtet, dass wir Erfahrungsberichte/Infoveranstaltungen in euren Zusammenhängen durchführen, schreibt uns gerne an. Wir freuen uns.

Wenn ihr richtig cool seid, fragt ihr nicht uns, sondern Menschen, die tatsächlich die Balkanroute hinter sich haben. Jede*r Geflüchtete kann euch die Situation tausend mal besser schildern als wir.

 

Bei Kritik, Anregungen oder Feedback, bitte schreibt uns:

ref.support[ät]riseup.net

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